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Dr. med. Rolf Jansen-Rosseck: Geleitwort & klinische Infektiologie

Fachporträt und Geleitwort von Dr. med. Rolf Jansen-Rosseck: Herausforderungen bei chronischer Borreliose, seronegativen Verläufen und Koinfektionen in Deutschland.

Experten / Autor: Teresa Maria Taddonio

Geleitwort von Dr. med. Rolf Jansen-Rosseck (Arzt und Infektiologe)

Dr. med. Rolf Jansen-Rosseck (Berlin) ist ein renommierter Facharzt für Allgemeinmedizin, Tropenmediziner und klinischer Infektiologe (Diploma in Tropical Medicine and Hygiene, DTM&H, University of Liverpool). Als langjähriger Behandler und wissenschaftlicher Experte für chronische Multisysteminfektionen leistete er entscheidende Beiträge zur Aufklärung über spät erkannte Borreliosen, Rickettsiosen und atypische Begleitinfektionen im deutschsprachigen Raum.

Sein Geleitwort für das Referenzwerk des VBCI e.V. bringt die strukturellen Defizite und die dringende Notwendigkeit eines ganzheitlichen Umdenkens in der mitteleuropäischen Infektiologie auf den Punkt:


Das Geleitwort: Mahnung für eine differenzierte Infektionsmedizin

„Liebe Frau Taddonio,
hier gibt es einen klar und eindeutig formulierten Text, der exakt beschreibt, wie herausfordernd und oft unbefriedigend sich die Situation in der Infektiologie in Deutschland entwickelt hat. Er stammt vom – leider schon verstorbenen – Prof. Dr. Dr. h.c. Siegenthaler aus der Schweiz und steht im Standard-Fachbuch ‚Die Infektiologie‘ als Geleitwort.

Dieser Text beschreibt den Zustand der klinischen Infektionsversorgung sehr treffend: Trotz jahrzehntelanger wissenschaftlicher Grundlagenforschung werden chronische, intrazelluläre Infektionsbilder auf vielen Ebenen – von Praxen über Kliniken bis hin zu universitären Fachgremien – noch immer unzureichend differenziert betrachtet. Die Betroffenen geraten dadurch allzu oft in eine Odyssee von Fehldiagnosen.“

— Dr. med. Rolf Jansen-Rosseck, Arzt und Infektiologe (DTM&H Liverpool)

Das vollständige Geleitwort und weiterführende klinische Fallanalysen finden sich im Geleitwort im Fachbuch ‘Spät erkannt und trotzdem heilbar’.


Diagnostische Herausforderungen: Seronegativität & Koinfektionen

In seiner klinischen Praxis wies Dr. Jansen-Rosseck immer wieder darauf hin, dass die herkömmliche Stufendiagnostik (Suchtest ELISA gefolgt von Bestätigungstest Western Blot) bei chronischen Verläufen eine erhebliche Fehlerquote aufweist:

  1. Seronegative Borreliose: Durch Immunparalyse, zirkulierende Immunkomplexe (ZIK) oder den Rückzug der Erreger in zelluläre Nischen bilden chronisch Erkrankte oft keine messbaren freien Serumantikörper mehr.
  2. Koinfektionen als Krankheitsmotoren: Ein Zeckenstich überträgt selten nur einen einzelnen Erreger. Begleitkeime wie Rickettsia spp., Bartonella henselae, Babesia microti oder Chlamydia pneumoniae modulieren das Immunsystem und erschweren die Therapie.
  3. Notwendigkeit zellulärer Testverfahren: Ergänzende Verfahren wie der Lymphozytentransformationstest (LTT) und die Mikroagglutination (MAT) liefern unverzichtbare Hinweise auf eine aktive Erregerpersistenz.

Praktische Leitlinien zur stufenweisen Erregerabklärung beschreibt der Übersichtsartikel Klinische Diagnostik und Therapie chronischer Infektionen.


Versorgungsrealität & Fortbildung für Ärzte

Dr. Jansen-Rosseck engagiert sich seit Jahren für eine verbesserte Aus- und Weiterbildung der niedergelassenen Ärzteschaft. Die Versorgungsrealität chronischer Infektionen in Deutschland zeigt nach wie vor eklatante Lücken: Viele Patientinnen und Patienten mit chronischer Fatigue, Gelenkschmerzen und kognitiven Störungen werden fälschlicherweise als psychosomatisch abgestempelt.

Um Behandlern praxiserprobte diagnostische und therapeutische Leitfäden an die Hand zu geben, unterstützt der VBCI e.V. die Verbreitung des dreiteiligen Klinischer Leitfaden für Ärzte & Therapeuten.


🔬 Für Ärztinnen, Therapeuten und wissenschaftliche Fachkreise

Der VBCI e.V. unterstützt Behandler bei der Differenzialdiagnose und Schaukeltherapie chronischer Infektionen: