Unsere Forderungen an das Gesundheitssystem
Millionen Menschen in Deutschland und Europa leiden an unzureichend diagnostizierten, chronisch persistierenden Infektionskrankheiten. Wir fordern ein tiefgreifendes Umdenken in Wissenschaft, Kassenabrechnung und Gesundheitspolitik.
Die 5 Kernforderungen des VBCI e.V.
Auf Basis jahrzehntelanger klinischer Forschung renommierter Pioniere (u. a. am Institut Pasteur Paris) fordert der VBCI e.V. unverzügliche Reformen in fünf strategischen Bereichen:
Anerkennung chronischer Verläufe
Verbindliche Aufnahme subakuter und chronisch persistierender Rickettsiosen, Borreliosen und Bartonellosen in nationale Diagnosekataloge (ICD) statt vorschneller Psychosomatisierung.
Kassenfinanzierung zellulärer Labortests
Reguläre Erstattung des Mikroagglutinationstests (MAT) und zirkulierender Immunkomplexe (ZIK) in der GKV, da herkömmliche Standard-ELISAs bei chronischen Persistern versagen.
Gezielte Forschungsförderung
Bereitstellung öffentlicher Forschungsgelder für intrazelluläre Biofilme, bakterielle L-Formen und die molekulare Kausalität post-infektiöser Syndrome (ME/CFS, Long-COVID).
Therapiefreiheit für Behandler
Rechtssicherheit und Regress-Schutz für Ärzte, die klinisch erprobte antibiotische Schaukeltherapien oder naturheilkundliche Ausleitungsverfahren bei austherapierten Patienten anwenden.
Interdisziplinäre Versorgungszentren
Schaffung spezialisierter geomedizinischer Anlaufstellen, die Infektiologie, Neurologie, Immunologie und Umweltmedizin unter einem Dach vereinen.
In Deutschland und der gesamten Europäischen Union vollzieht sich seit Jahrzehnten eine stille gesundheitspolitische Tragödie: Hunderttausende Menschen, die an chronischen, subakut rezidivierenden Multisysteminfektionen (wie Spät-Borreliose, chronischen Rickettsiosen, Bartonellosen, Mykoplasmosen und postinfektiösem ME/CFS) leiden, fallen durch alle Raster der regulären medizinischen Versorgung.
Aufgrund veralteter diagnostischer Richtlinien und einer rigiden Verweigerungshaltung der Kostenträger werden Betroffene systematisch fehldiagnostiziert, stigmatisiert und in die Psychosomatik abgedrängt. Der Verein zur Bekämpfung chronischer Infektionskrankheiten e.V. (VBCI e.V.) richtet daher ein unmissverständliches Positionspapier an die Gesundheitspolitik, die Parlamente und die Spitzenverbände der Krankenkassen.
1. Die sozioökonomische Dimension chronischer Infektionen
Das Versagen der Regelversorgung bei chronischen Zoonosen und intrazellulären Persistenzen ist nicht nur eine individuelle Katastrophe für Betroffene und ihre Familien, sondern verursacht immense volkswirtschaftliche Gesamtschäden:
- Verlust der Erwerbsfähigkeit: Ein hoher Prozentsatz der Erkrankten wird im erwerbsfähigen Alter dauerhaft berufs- oder erwerbsunfähig.
- Fehlallokation von Gesundheitsressourcen: Durch jahrelange Ärzteodysseen und nutzlose symptomatische Scheintherapien (z. B. Dauermedikation mit Schmerzmitteln, Antidepressiva oder Biologika) werden Milliardenbeträge im Gesundheitssystem verbrannt, ohne dass eine biologische Ursachenbeseitigung erfolgt.
- Soziale Verarmung: Da notwendige sensitive Laboranalysen und wirksame Kombinationstherapien von den gesetzlichen Krankenkassen verweigert werden, müssen Patienten ihre Ersparnisse für die Diagnostik aufwenden. Viele geraten in existenzielle Not, weshalb wir appellieren: Unterstützen Sie unsere Arbeit via Crowdfunding.
Eine fundierte Einführung in das Epidemiologisches Ausmaß chronischer Infektionen sowie Versorgungsmängel in der deutschen Infektiologie finden Sie in unseren Fachanalysen.
2. Die 5 Kernforderungen des VBCI e.V. an Politik und Kostenträger
Um die strukturelle Diskriminierung chronisch Infizierter zu beenden, fordert der VBCI e.V. unverzügliche Reformen in fünf Handlungsfeldern:
Forderung 1: Verbindliche Anerkennung chronischer Infektionen als somatische Multisystemerkrankungen
Die Organ- und Systempersistenz intrazellulärer Erreger (Borrelien, Rickettsien, Chlamydien) muss im ICD-Katalog und in den Leistungsverzeichnissen der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) unmissverständlich als schwerwiegende organische Erkrankung definiert werden. Das Vorbild der britischen NICE-Leitlinienreform NG206, die ME/CFS als rein somatische neuro-immunologische Krankheit einstufte, muss auch in Deutschland und Europa gesetzlich nachvollzogen werden.
Forderung 2: Vollständige Kostenübernahme für sensitive Spezial- und Differenzialdiagnostik
Die starre Begrenzung auf Antikörper-Suchtests (ELISA nach MiQ 12) muss aufgehoben werden. Krankenkassen müssen verpflichtet werden, sensitive zelluläre und mikrobiologische Nachweisverfahren – wie den Lymphozytentransformationstest (LTT), den Mikroagglutinationstest (MAT), Durchflusszytometrien von CD57-Zellen sowie Toxin- und Schwermetallanalysen – vollumfänglich als Kassenleistung zu erstatten.
Forderung 3: Erstattung klinisch erprobter Langzeit- und Schaukeltherapien
Das medizinisch unhaltbare Dogma, wonach chronische intrazelluläre Infektionen nach einer zwei- bis dreiwöchigen Standard-Monotherapie als „ausgeheilt“ gälten, muss revidiert werden. Gesetzliche Krankenkassen müssen die Kosten für individualisierte, sequenzielle Schaukeltherapien (Traitement discontinu nach Giroud/Jadin/Bottero) sowie für begleitende biologische Ausleitungsverfahren (aktivierter Naturzeolith) nach den Grundsätzen des § 2 Abs. 1a SGB V (Nikolaus-Beschluss) verbindlich übernehmen.
Forderung 4: Bereitstellung unabhängiger öffentlicher Forschungsgelder
Schaffung staatlicher Forschungsfonds zur Erforschung bakterieller Biofilme, L-Formen, antimikrobieller Resistenzen und des menschlichen Mikrobioms. Die Forschung darf nicht länger rein pharmazeutischen Verwertungsinteressen überlassen bleiben, sondern muss an den Universitäten unabhängig neu aufgebaut werden.
Forderung 5: Fortbildungspflicht und Sanktionierung von Fehldiagnosen für Gutachter
Ärzte, Medizinische Dienste (MD / ehemals MDK) und sozialgerichtliche Gutachter müssen verpflichtend in der Differenzialdiagnostik subakut rezidivierender Infektionen und Zoonosen geschult werden. Die unbegründete Einstufung nachweislich organisch infizierter Patienten in rein psychiatrische Kategorien muss als ärztlicher Behandlungs- und Begutachtungsfehler gewertet werden.
3. Der Weg zur Umsetzung: Aufklärung, Vernetzung und Rechtsschutz
Der VBCI e.V. treibt diese Reformen auf allen gesellschaftlichen Ebenen voran:
- Durch eine engagierte Ärztefortbildung zur Schließung von Versorgungslücken und die Beiträge in unserer Fachzeitschrift ‘Infektiologie Heute’.
- Durch klare Aufklärungs- und Gesundheitspolitische Ziele des VBCI und die Verankerung in unserer Vereinssatzung.
- Durch konkrete Orientierungsangebote und Hilfen zur Durchsetzung von Patientenrechten im Rahmen unseres Leitfadens für Diagnostik und Therapie.
🩺 Brauchen Sie fachliche Unterstützung oder Orientierung?
Wenn Sie unter chronischer Erschöpfung, multisystemischen Schmerzen oder ungeklärten Symptomen nach einem Zecken- oder Insektenstich leiden:
- Nutzen Sie unseren digitalen Anamnesebogen zur strukturierten Erfassung Ihrer Krankengeschichte.
- Wenden Sie sich in dringenden Fällen an unsere VBCI-Infektionsnotstelle.
- Vereinbaren Sie ein individuelles Beratungsgespräch oder informieren Sie sich in unseren Fachpublikationen & Ratgebern.
Gemeinsam der Stimme von Patienten Gehör verschaffen
Je mehr Betroffene, Mediziner und Unterstützer sich im VBCI e.V. zusammenschließen, desto größer ist unser politisches Gewicht. Unterstützen Sie unsere Aufklärungsarbeit.